Angeberwissen Hanf

Hanf Cannabis

Kein Zweifel: Hanfproteinpulver macht derzeit Furore. Neu entdeckt wird dabei eine uralte Kulturpflanze, die in China schon vor knapp 5000 Jahren genutzt wurde. Die Chinesen erzeugten Seile aus den Fasern, schätzten aber auch den nahrhaften Hanfsamen und setzten die Pflanze als Heilmittel gegen Malaria und rheumatische Erkrankungen ein. Über Indien und die antiken Hochkulturen im heutigen Irak trat der Hanf seinen Weg um die Welt an. In Europa sind die ältesten Funde ca. 5500 Jahre alt und stammen aus dem Raum Eisenberg in Deutschland.

Stoffe, Seile und Papier wurden aus Hanf hergestellt: Die berühmte Gutenberg-Bibel wurde auf Hanfpapier gedruckt. Als Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, bestanden Segeltuche und das gesamte Tauwerk der Schiffe aus Hanf. Und der Seefahrer brachte den Hanf nach Amerika. Erste Entwürfe der amerikanischen Verfassung und die 1776 unterzeichnete amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurden auf Hanfpapier geschrieben. Der nach Amerika ausgewanderte Bayer Levi Strauss produzierte 1870 schließlich die erste Jeans - auch die war aus Hanf.

Hanf als Gebrauchsmaterial

Mit der Industrialisierung begann der Niedergang der Hanfnutzung und zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Ende dieser bedeutenden Pflanze eingeläutet. Das Opiumgesetz von 1929 stellte den Besitz von Cannabis unter Strafe. Damit reduzierte sich der Anbau der Faserpflanze dramatisch. Erst seit 1996 darf der Nutzhanf auch in Deutschland wieder angebaut werden.

Als Nutzhanf oder Industriehanf werden alle Sorten des Hanf (Gattung Cannabis) bezeichnet, die für die kommerzielle Nutzung abseits der Verwendung als Rausch- oder Arzneimittel angebaut werden. Während der Indische Hanf (Cannabis indica) nur als Drogen- und Medizinpflanze eine Rolle spielt, dienen die Sorten der Hanfart Cannabis sativa als Nutzpflanze, die vor allem zur Gewinnung von Hanffasern angebaut wird.

Das Nebenprodukt von Cannabis sativa hingegen ist die Herstellung von Hanföl und Hanfproteinen. Während das Hanföl aus Blättern und Blüten entsteht, wird das Hanfproteinpulver aus den Presskuchen der kaltgepressten Hanfsamen hergestellt.

Insgesamt stehen 49 von der EU zertifizierte Sorten mit niedrigen Gehalten an Tetrahydrocannabinol (THC) für den Hanfanbau zur Verfügung. Sie besitzen im Gegensatz zu anderen Sorten einen sehr hohen Faseranteil von 30 bis 40 Prozent. Im Gegensatz zu den als Rauschmittel und für die medizinische Verwendung genutzten Sorten haben die für die Faser- und Samennutzung angebauten Sorten nur einen sehr geringen Anteil von weniger als 0,2 Prozent THC und sind entsprechend zur Erzeugung von Haschisch und Marihuana ungeeignet. Ein Rauschzustand ist bei der Einnahme von Hanfproteinen also nicht zu befürchten.

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